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Monday, 15 April 2013 13:36
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          Lokales und römisches Bürgerrecht: Das Beispiel der Iulii von Lydai

                                                                                                 Prof. Mustafa ADAK
                                                                                    (Akdeniz-Universität Antalya)

        Im 2. Jh. n. Chr. stellten C. Iulius Heliodoros und seine Nachkommen in Lydai, einem abgelegenen Ort in der karisch-lykischen Grenzregion, der sich erst in der frühen Kaiserzeit zu einer Kleinpolis entwickelt hatte, die führende Familie dar. Von 40 bisher aus der Halbinsel von Lydai bekannten Inschriften stehen 26 mit den Iulii in Verbindung. Bei einem detaillierten Studium der epigraphischen Dokumente und ihrer Zuordnung zu den baulichen Denkmälern lassen sich verschiedene Aspekte über vier Generationen hindurch verfolgen. Im Vortrag soll der Umgang der Iulii mit dem römischen Bürgerrecht näher beleuchtet werden. Mit Hilfe einer noch unveröffentlichten Inschrift lässt sich der Nachweis erbringen, dass die lydatische Familie erst in traianischer Zeit das römische Bürgerrecht erlangte. Vermittelt wurde es von dem pergamenischen Senator C. Antius Aulus Iulius Quadratus, der zu den amici Traians gehörte. Den Kontakt zu Iulius Quadratus stellte anscheinend Claudia Iasonis, eine prominente Lykierin aus dem unteren Xanthostal, die einen Ritter aus der Provinz Asia geheiratet und dort als Asiarchin gedient hatte, her. Aus Dankbarkeit haben Heliodoros und seine drei Kinder ihrer Gönnerin in der Agora von Lydai eine Statue aufgestellt, die neben den Standbildern des Iulius Quadratus und des C. Iulius Heliodoros stand. Das römische Bürgerrecht war vom Moment der Verleihung an in den ersten beiden Generationen der Familie in jeder Inschrift präsent. Es wurde gleichsam Teil der eigenen Identität der Iulii, ausgedrückt durch die tria nomina, die Tribusangabe Voltinia und das Wort Rhomaios, das dem eigenen Ethnikon Lydates immer vorangestellt wurde. Es ersetzte auch das rhodische Ethnikon, das Heliodoros und seine Kinder in der Ehrung der Claudia Iasonis noch trugen. Auf alle diese Angaben begegnet man auf Schritt und Tritt bei Privat-inschriften der Familie wie auch bei öffentlichen Ehrungen durch die Stadtgremien. Deutlich nachvollziehbar ist auch, dass das römische Bürgerrecht beim Aufstieg des Heliodoros in die lykische Bundeselite, die sich unter Hadrian vollzog, eine wichtige Rolle spielte.

                 Troesmis: Bilder einer Gesellschaft am Rande des Imperiums

                                                                  Dr. Cristina-Georgeta ALEXANDRESCU
                                                (Archäologisches Institut „Vasile Pârvan”, Bukarest)

       Troesmis – bekannter als Standort der legio V Macedonica – hatte eine lange und immer noch nicht ausreichend untersuchte Geschichte. Die aussagekräftigste Quelle zur römischen Kaiserzeit bilden die Steindenkmäler: Nicht nur die Inschriften, die bekannterweise schon seit dem 19. Jh. Aufmerksamkeit erregten und die Herkunft der Bevölkerung aus verschiedenen Provinzen des Reichs belegen, sondern auch Form, Verzierung, Machart und Material der Denkmäler enthalten Informationen, die ein Bild von der Gesellschaft in den militärischen und zivilen Siedlungen in und um Troesmis zu zeichnen erlauben. Die Ergebnisse werden anschliessend gemeinsam mit den vorläufigen Schlüssen der aktuellen archäologischen Forschungen in der Gegend vorgestellt.

               La mer Noire et la Méditerranée : quelques aspects concernant

                                                 la mobilité des personnes

                                                                                            Prof. Alexandru AVRAM
                                                                                 (Université du Maine, Le Mans)

       La prosopographie des ressortissants des cités et des régions du Pont-Euxin attestés à l’étranger, récemment parue (Prosopographia Ponti Euxini externa, Leuven – Paris – Walpole, MA, 2013), offre, avec ses 3358 entrées, une bonne base de départ pour des études consacrées à la mobilité des personnes entre les deux mondes: le Pont-Euxin et la Méditerranée. Plusieurs Pontiques sont attestés – notamment à l’époque hellénistique et vers le début de l’époque impériale, et dans une moindre mesure pendant d’autres périodes – en Grèce propre (surtout à Athènes), dans les îles égéennes, sur la côte occidentale de l’Asie Mineure, mais aussi dans des régions plus éloignées, telles l’Égypte ou l’intérieur de l’Asie Mineure. Comment en expliquer la présence? À quel point la mobilité des personnes peut-elle refléter des liens entre les cités de la mer Noire et les grands centres méditerranéens?

 

      Thraker, Skythen und das griechische Symposion: Zu den Trinksitten

                        der Barbaren auf der Grundlage archäologischer

                        Quellen aus dem nordwestlichen Pontos-Gebiet

                                                                                                  Dr. Valeriu BANARU
                                                                                (Landesdenkmalamt Karlsruhe)

       Wenn man die literarischen Quellen zum Weintrinken bei den barbarischen Völkern in Betracht zieht, so gelten in den Augen der Griechen auch die Skythen und Thraker als „unkultiviert“, die den Wein oft unvermischt, auf eine sog. skythische oder thrakische Art tranken. Wie die Verbreitung der griechischen Weinamphoren außerhalb der Kolonien zeigt, haben die Einheimischen tatsächlich sehr schnell Geschmack am griechischen Wein gefunden. Allerdings findet man hier zusammen mit den Weinbehältern auch verschiedene Gefäßformen wie Trinkschalen, Schöpf- und Mischgefäße, die bekannterweise von den Griechen bei ihren Trinkgelagen (Symposien) verwendet wurden. Daher wollen wir in Rahmen dieser Abhandlung auf der Grundlage archäologischer Fundkontexte aus dem nordwestlichen Schwarzmeergebiet versuchen, den Zusammenhang zwischen diesen zwei Importgattungen, nämlich zwischen den Amphoren, die zum Weintransport dienten, und den Gefäßen, die zum Konsum und Trinken ihres Inhaltes gebraucht wurden, auf seine Aussagekraft zu prüfen. Mit anderen Worten, wenn wir diese Fundsituation im Rahmen eines sehr breiten Problemkomplexes der gräko-barbarischen Beziehungen besprechen, bleibt jedoch zu fragen, inwieweit es sich tatsächlich um die Übernahme eines griechischen Brauches, hier: um die Idee des griechischen Symposions, handelt, oder es – archäologisch gesehen – nur um eine künstliche oder zufällige Zusammensetzung der Amphoren und des Trinkgeschirrs geht, die bei den Skythen und Thrakern keine Bedeutung hatte.

                           L’espace ouest-pontique sous l’empereur Tibère
                    à la lumière d’un décret inédit découvert en Dobroudja


                                  Prof. Maria BĂRBULESCU (Université Ovidius de Constantza)
     Dr. Livia BUZOIANU (Musée d’Histoire Nationale et d’Archéologie de Constantza)

      Un décret fragmentaire, en marbre, découvert par hasard en 2012, dans la localité Săcele (dép. de Constanta) mais provenant probablement de Histria, s’avère particulièrement intéressant pour la compréhension de la situation sur le littoral ouest-pontique au début du règne de Tibère. Les premières lignes et la fin du texte manquent et certaines lettres sont effacées; néanmoins, la lecture en est possible, l’écriture étant bien lisible. On y relate la mission d’un envoyé de l’empereur Tibère dans la région, à l’époque du légat propraetor (ἀντιστράτηγος) Lucius Pomponius Flaccus. Le but de la mission était de maintenir et de sauver les parties du Pont Gauche qui dépendaient de l’autorité romaine. L’officiel enregistre la préoccupation des villes-cités face aux manifestations de violence subies par une polis (mentionnée en début du décret). C’est la raison pour laquelle il demande des garanties de la part des barbares et de la ville, après quoi il quitte la région. En même temps, une ambassade est dépêchée à Rome, auprès l’empereur. Dans la deuxième partie du décret est mentionné le nom de Julius Vestalis. Ce dernier, en constatant la situation précaire de la polis, en avait convoqué les citoyens et les avait invités à faire usage du droit que leur avait restitué le divin Augustus, y compris en ce qui concernait le territoire (χώρα).
    Ce décret qui vient d’être découvert en Dobroudja indique donc une domination romaine récemment installée, mais aussi certaines difficultés dans les rapports avec les barbares des alentours, difficultés spécifiques à l’époque. Sont confirmés aussi, de manière épigraphique, le rétablissement de certains rapports juridiques à l’époque d’Augustus et surtout la présence des représentants de l’autorité romaine mentionnés par Ovide dans son œuvre d’exile: Julius Vestalis (Ex Ponto IV 7, 1-54 ; l’an 12 ap. J.-C.) et Pomponius Flaccus (Ex Ponto IV, 9, 75-80), qui ont agi y compris sur le littoral, probablement en qualité de praefecti; le dernier est revenu après son consulat (en l’an 17 ap. J.-C) au gouvernement de la Mésie (en 18-19 ap. J.-C.) ; sa fonction de légat impérial propraetor est consignée aussi dans le présent décret, ce qui en accentue la valeur documentaire.

                        Hellenistic and Roman Terracotta Offerings in the

                                           Western Pontic Sanctuaries
                 

                                                                                                  Dr. Iulian BÎRZESCU
                                                   (Vasile Pârvan Institute of Archaeology, Bucharest)

        The research of the Western Pontic sanctuaries started more than a century ago, the main object being until recently the topography and the chronological development. Votive offerings have been discussed rather rarely, while special consideration has been given to the epigraphic and sculptural evidence. Terracotta figurines were part of the offerings in the Greek sanctuaries of the Black Sea area since the Archaic period. The paper focuses on the relation of the iconography from Hellenistic and Roman times with the Archaic and Classical traditions. How did they change from a period to another and what are the grounds that determined these changes? Other questions will concern the origin and the function of the terracotta statuettes. In most of the Pontic cities local productions have been identified, especially through the discovering of molds. Mostly the Aegean models were adopted and then adapted. Based on several examples mainly from Histria, also the link between the workshop and the sanctuary in which they were dedicated, will be studied.

                       King Mithridates VI and the Oracle of Hystaspes:
            New Observations on Anti-Roman Religious Policies in Pontus


                                                                     Marie-Astrid BUELENS, PhD Candidate
                                                                                   (Université Libre de Bruxelles)

       Since the ground-breaking work by Hans Windisch in 1929, many modern scholars have considered the anti-Roman Oracle of Hystaspes to be a prime element in the religious representation policies of Mithridates VI of Pontus. The prophecy occurs within a particular religious framework which in the Pontic Kingdom was marked by a vivid blending of Hellenic, Anatolian and Iranian influences in cultic and oracular traditions; the king could draw on these to design his legitimization strategies. The presentation will aim to stress the need for examining the Oracle of Hystaspes within the broader context of other similar Near-Eastern prophecies, which may well have been known at the court of Mithridates. At any rate, it is a worthwhile endeavour to study the possible impact of the mixed Hellenistic/Near-Eastern religious policies in Asia Minor on the further developments of oracular resistance literature.

                    Mithridates the Great and the Freedom of the Greeks

                                                                                                     Prof. Glenn BUGH
                                                                                   (Virginia Tech, Blacksburg VA)

        In the prospectus of the Second Athenian League (378/7 BC), Athens promised that its members would be allowed “to be free and autonomous, with their own government, neither receiving a garrison nor submitting to a governor nor paying tribute”. These promises continued to be made by the Successors of Alexander the Great. Of course, freedom granted by others is a gift that can be taken away. It is in this context that Mithridates VI Eupator’s relationship with the Greek poleis of the Black Sea needs to be investigated. At their request, Mithridates’ generals freed the Greek cities from Scythian pressure and created a Pontic protectorate. It will argue that the model for Mithridates’ foreign policy in the Black Sea region was that long formulated by the Seleucids in their realm. They shared close ties. Not only did the Mithridatids and Seleucids have Greek and Persian ancestors, but the Pontic kings had inter-married with the Seleucids as far back as the 3rd century BC. And the Seleucid king Antiochos VIII Epiphanes (Grypos) is honored on the famous Mithridates Monument on Delos (101 BC).

                           L’interconnexion des réseaux économiques :
    les échanges entre le Pont nord-ouest et Rhodes à l’époque hellénistique


                                                   Thibaut CASTELLI, Doctorant en Histoire Ancienne
                                                           (Université Paris Ouest Nanterre La Défense)

      De l’estuaire du Bug à la Dobroudja, à partir du IVe siècle la présence rhodienne est marquée principalement par des vestiges d’amphores, aussi bien dans les cités grecques que dans l’hinterland occupé par des Gètes et des Scythes. L’étude, à partir de quelques exemples, des réseaux d’échanges qui ont permis d’amener ces milliers d’amphores, nous permettra de mettre en valeur le rôle des cités grecques comme interface entre deux réseaux commerciaux : le réseau rhodien et le réseau des cités pontiques vers l’intérieur du continent. L’examen des relations interpersonnelles connues par des inscriptions sera ensuite complété par une analyse des éléments archéologiques (monnaies, amphores) qui témoignent du fonctionnement de ces réseaux interconnectés.  

 

                         Einfuhrwaren in den Nekropolen von Tomis in

                                   hellenistischer und römischer Zeit

                                                                  Dr. Constantin CHERA - Dr. Virgil LUNGU
                                 (Nationalmuseum für Geschichte und Archäologie, Constanţa)

      Die Gräberfelder von Tomis bieten ein ergebnisreiches Forschungsgebiet und sind eine äußerst komplexe ‚Gleichung‘, deren ‚Unbekannte‘ von genauen archäologischen Untersuchungen gelöst werden müssen. Bisherige Untersuchungen haben in diesem Bereich zwei Typen von Einäscherungsgräbern freigelegt: a) Gräber mit Zugrinne und Einäscherungsplattform oder, wie sie in der einschlägigen Literatur auch genannt werden, Busta-Gräber; b) Gräber mit rechteckiger, an den Ecken abgerundeter Grube. Beide Formen waren in Tomis sowohl in hellenistischer als auch in römischer Zeit üblich, was mit Sicherheit auf das griechische Element zurückzuführen ist, das dort damals vorherrschend war. Unter den hellenistischen Einfuhrwaren, die als Grabbeigaben aufgefunden wurden, überwiegt die Keramik: Lagynoi von verschiedenen Formen, Kantharoi, Öllämpchen, Schalen. Sie werden alle ins 3. bis 2. Jh. v.Chr. datiert und stammen aus Werkstätten des östlichen Mittelmeerraums. Für die römische Epoche sind die Luxuswaren aus Glas bemerkenswert, da sie im Römischen Reich verhältnismäßig selten anzutreffen sind. Darunter ist ein kunstvoll verfertigter Glasbecher aus dem 1. Jh. n.Chr. anzuführen, dessen äußere Fläche von Kolonetten in vier senkrechte Register eingeteilt ist. In jedem derselben sind Gottheiten dargestellt, weshalb sie zuweilen als „Götterbecher“ bezeichnet werden. Zu erwähnen ist auch ein Glasgefäß aus dem 1. bis 2. Jh. n.Chr.: eine Schale, deren äußere Fläche zwei Register aufweist. Im oberen befindet sich die Inschrift: ЄΥΦΡΑΙΝΟΥ ЄΦW ΠΑΡЄΙ, während das untere mit schmalen Palmetten verziert ist. Aus derselben Zeit stammt ein kleines, in Doppelform geblasenes Fläschchen mit mehreren Facetten, das zum Aufbewahren von Parfüm diente. Der vierte Behälter ist ein birnenförmiges Gefäß, das denselben Zweck erfüllte: Parfüm wurde in der kleinen, zweihenkeligen Amphorette im Inneren aufbewahrt. Die besprochenen Glasgegenstände stammen aus kleinasiatischen oder syrischen Werkstätten. Ähnliche Exemplare sind uns nur in äußerst geringer Anzahl aus dem Römischen Reich bekannt.

         Roman Glass Vessels in the West Pontic Area (1st-3rd Centuries AD).

                                                    General Remarks

                                                     Dr. Costel CHIRIAC (Institute of Archaeology, Iaşi)
                        Sever BOȚAN, PhD Candidate (Alexandru Ioan Cuza University, Iaşi)

      The authors wish to present an overview of the main types of glass vessels from the early Roman age that were discovered in the area between Olbia and Byzantium. Although it has been colonized early by the Greeks who were scattered all around the Black Sea Basin, the West Pontic seashore has, nevertheless, several specific peculiarities that differentiate it from the Black Sea’s North shore – especially the quantity of import goods that started to penetrate the region in the early Roman age. Apparently, on the Western shores, the level of economic interception and the local market’s absorbance rate were lower than those of the North Pontic area that was less directly controlled by Rome and had a wide access to the barbarian states from the South of nowadays Russia and Ukraine.
     Analogous discrepancies also relate to glass vessels. Accordingly, the typological repertoire of the North Pontic area is extremely diverse and made up especially of ‘luxury’ objects that originated mostly from Levantine and Alexandrian workshops, whereas common vessels for daily use prevail in the West. The most frequent are unguentaria of different types and sizes from funeral offerings. Jugs and bottles used for liquids are also well attested. Vessels can be shown to have been imported from the Levant, Asia Minor, Northern Egypt, Northern Italy, as well as Central and Western European regions. But one may assume that at least part of the evidence had been produced locally in the West Pontic area, although the archaeological evidence (which is mainly from Tomis and Odessos) is limited.

          Trade Connections between Asia Minor and the West-Pontic Area

      (1st-4th Century AD): Some Sphragistic and Numismatic Considerations

                                                               Dr. Costel CHIRIAC, Dr. Lucian MUNTEANU
                                                                                    (Institute of Archaeology, Iaşi)

      This paper is based on the study of less known or unpublished lead seals from private collections and museums in Constanța, Tulcea and Bucharest. ‘Commercial’ seals were attached to goods in their area of origin and accompanied them to their destination. It is known that such seals were generally unifacial and showed various images similar to those in the iconography of Roman coins from the 1st to the 4th centuries AD. A substantial group of those seals displayed the names of Greek cities of Asia Minor (Ephesus, Smyrna, Magnesia, Tralles, Laodikeia etc.), mainly from regions such as Lydia, Ionia, Phrygia, and Pamphylia. There is very little information about the application procedure and verification of these seals, so that a hypothetical reconstruction of these stages will be attempted. Moreover, a relative chronology of the seals will be established by using epigraphic and literary sources as well as employing analogies with other numismatic and archaeological artefacts of the same period.
      The main results can be summarized as follows: 1) In Roman times, commercial ties between the western Black Sea coast and the Greek cities of Asia Minor are very well attested through the presence of lead seals that name some of places of origin. 2) The large number of cities from Asia Minor, that are confirmed by lead seals, point to a wide spread phenomenon that was determined by economic and historic conditions unclear up to now". These practices have older traditions and foreshadow conditions of the 6th century AD. 3) Presently, we can only assume that these seals were used in trade and we can only make assumptions about the types of goods traded. Many of them could have been related to military or religious activities; some seals show early Christian representations.

    Die Beziehungen der nord-pontischen Griechen zu den außer-pontischen

    Regionen und Dynastien, einschließlich der römischen Hegemonialmacht:

                                           Historiographische Übersicht

                                                                                               Dr. Victor COJOCARU
                                                                                   (Archäologisches Institut, Iaşi)

      Der Beitrag untersucht die Außenbeziehungen der nord-pontischen griechischen Städte auf Grundlage der epigraphischen Quellen, wobei ein Schwerpunkt auf die historiographische Debatte gesetzt wird. Die unter diesem Blickwinkel stehende Diskussion wurde mehrere Jahrzehnte fast ausschließlich von der sowjetischen Schule geführt. Obwohl nach 1917 – als die sowjetische Historiographie ihren eigenen Weg ging – das Interesse der abendländlichen Fachleute zur nördlichen Schwarzmeerküste in der Antike nicht ganz verloren ging, bekamen sie erst nach der Wende wieder die Möglichkeit, sich viel eingehender mit zuvor unzugänglichen Region der griechisch-römischen Welt zu beschäftigen. Trotzdem bleiben die Standpunkte zur nördlichen Schwarzmeerküste bis heute meistenteils entgegengesetzt. Auf der Suche nach einem Weg aus dieser Aporie werden vor allem folgende drei Schritte unternommen: 1. Die Sammlung und Untersuchung aller epigraphischen Angaben zum Thema ‚Außenbeziehungen‘ der nord-pontischen griechischen Städte; 2. die Zusammenstellung und allmähliche Durchdringung einer möglichst vollständigen Bibliographie, die bisher etwa 3.000 Titel zur Epigraphik der nördlichen Schwarzmeerküste umfasst; 3. die persönliche Erfahrung der Zusammenarbeit sowohl mit den ost- als auch mit den westeuropäischen Fachkollegen.

                                 ‘Ethnarch’ – A Jewish Dynastic Title
                    in the Contexts of Seleucid and Roman Imperialism


                                                                                                 Prof. Altay COŞKUN
                                                                               (University of Waterloo, Ontario)

      Most attestations of the title of ‘ethnarch’ in the (late) Hellenistic and (early) Roman periods clearly relate to rulers of Judea of either Hasmonean or Herodian stock. For these dynasts, the title was designed to represent a monarchical position above the high priesthood of Yahweh (whether or not the latter role was held at the same time), but ranked below royal dignity. However, it not only implied inferiority in respect to the Seleucid or Roman hegemonial powers, but also seems to have corresponded to the dislike of kingship by orthodox Jews. A systematic approach to the titulature of Jewish rulers in the imperialistic contexts of the Seleucid and Roman Empires is asked for not only to solve several problems of intercultural communication within asymmetric power-relations, but also to better understand the multilingual layers of our sources on Greco-Roman Jewish history. Some attention will also be dedicated to ethnarchs outside of Judea in the early imperial period.

             D’Héraclée à Trapézonte : cités pontiques ou micrasiatiques ?

                                                                                                   Dr. Mădălina DANA
                                                                   (Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne)

     Cette étude portera sur les cités de la côte méridionale du Pont et sur les rapports divers et variés qu’elles entretenaient avec les autres cités du monde pontique, propontique et méditerranéen. La première démarche vise à identifier, à l’intérieur du premier cercle, les réseaux de proximité : peut-on parler des solidarités sud-pontiques ? Quel rôle jouaient ces dernières dans la délimitation d’un espace intrapontique, où les rives qui se faisaient face (sud-nord, sud-ouest) étaient étroitement reliées par des échanges économiques, politiques et culturels ? Par le biais de l’approche régionale, on pourrait s’interroger par la suite sur les préférences, manifestes ou implicites, qui guidaient les choix relationnels de ces cités à l’échelle de la Propontide, des Détroits et du nord de l’Asie Mineure, mais aussi sur leur rôle dans la politique internationale de l’époque classique, hellénistique ou impériale. En troisième lieu, après un panorama des échanges égéens et méditerranéens, on pourrait se demander quels cercles prévalaient dans la constitution de leurs réseaux. Autrement dit, vers quel espace ces cités étaient-elles tournées : vers la mer Noire, vers l’Asie Mineure, vers l’Egée ? On se propose ainsi d’évaluer le rôle et le poids de chacun de ces cercles d’appartenance – car il est évident qu’aucun d’entre eux ne détient l’exclusivité – afin de faire ressortir les spécificités et, autant que les sources nous laissent l’entrevoir, l’originalité des cités sud-pontiques dans le concert des nations helléniques.


 

     Encore sur le commerce dans le monde grec hellénistique à la lumière

           des amphores et des timbres amphoriques découverts à Callatis

                                       et dans son territoire rural
 
                                                               Prof. Michel DEBIDOUR (CEROR, Lyon 3),
                                      Dr. Mihai IONESCU (Cultural Complex “Callatis”, Mangalia)

     Les auteurs discutent deux amphores récemment découvertes à Callatis, ainsi que les timbres amphoriques découverts également à Callatis et dans son territoire durant ces dernières années. Il s’agit des timbres datables dans la deuxième moitié du quatrième siècle av. J.-C. et qui ont été trouvés dans un contexte rattaché à la construction du système de défense de la cité après le milieu du quatrième siècle avant Jésus-Christ. Il s’ajoute quelques dizaines de timbres amphoriques provenant de l’île de  Thasos, qui ont été découverts à l’occasion des dernières fouilles archéologiques dans la cité et dans le territoire. D’autres timbres amphoriques ont été découverts lors d’une recherche de terrain à Dulceşti, à 10 km au nord-ouest de la cité grecque, sur le versant septentrional d’une vallée très riche en sources. Ces sources ont fourni l’eau à la cité grecque, romaine et romano-byzantine au même titre que les sources situées dans la forêt de Hagieni, près de la fortification hellénistique d’Albesti. Ces mêmes sources fournissent actuellement l’eau aux villages modernes de Dulceşti, Pecineaga, Albeşti, Arsa, Limanu, ainsi qu’à la ville de Mangalia. Enfin, nous présenteront une amphore découverte par un bateau de pêche turc à Callatis, tout près de la côte roumaine de la mer Noire et de la frontière avec la Bulgarie. Il est certain qu’il s’agit d’une épave hellénistique, qui vient s’ajouter à celles qui ont été signalées par V. Cosma et C. Scarlat lors des recherches archéologiques sous-marines menées dans les années ’70 du XXe siècle. Les timbres et les amphores qui feront l’objet de notre communication représentent une preuve supplémentaire du développement du commerce entre la cité de Callatis et le monde méditerranéen pendant l’époque hellénistique
.

  

      Greek Coin Circulation around the Black Sea: Case Studies and Models

                                                                                    Prof. François DE CALLATAŸ
                                                                                    (Université Libre de Bruxelles)

      The pattern of Greek coin circulation around the Black Sea markedly differs from what can be grasped from the study of vases or amphorae. Because of their original purpose, coins circulated more with armies than with traders and, from a general point of view, they failed to circulate extensively. This paper aims to focus on some remarkable cases (e.g. electrum of Cyzicus, bronzes for garrisons) and their consequences on a general pattern.

        Erste Ergebnisse der epigraphischen Feldforschungen in Bithynien
                                              (Göynük und Mudurnu)


                                                                                                     Dr. Filiz DÖNMEZ
                                                       (TR Mimar Sinan Fine Arts University, Istanbul)

      Im Jahr 2012 wurden mit Lizenz des Ministeriums für Kultur und Tourismus unter der Leitung von Filiz Dönmez in den Städtchen Göynük und Mudurnu (Provinz Bolu) epigraphische Feldforschungen durchgeführt. Das Arbeitsgebiet gehörte in der Antike zu den Territorien der Städte Nikaia, Modrene und Claudiapolis. Die Forschungen haben gezeigt, dass die Inschriften der Region, wie in Kleinasien allgemein üblich, meistens aus dem 3. und 4. Jahrhundert stammen. Es handelt sich überwiegend um Grabinschriften. Es ist besonders bemerkenswert, dass die in diesen Inschriften erwähnten Personen oft das römische Bürgerrecht innehatten und sogar einige Personen ohne Bürgerrecht römische Namen trugen. Dies zeigt den hohen Grad des römischen Einflusses in der Region. Weihinschriften dokumentieren die Bedeutung von Zeus und den Einfluss phrygischer Gottheiten. Außerdem werden durch einige Ehren- und Weihinschriften Persönlichkeiten bekannt, die Priestertümer oder andere Ämter und Aufgaben übernommen hatten.

               The Late Seleukids and the Eastern Mediterranean World
                         in the Last Years of the Dynasty (129-64 BC)


                                                                                               Dr. Adrian DUMITRU
                                                                            (Metropolitan Library, Bucharest)

      The goal of the present paper is to investigate the relations and the connections between Syria and the Seleucid dynasty during the last decades of its rule, on the one hand, and the Mediterranean world, on the other. Thought to be isolated from the Mediterranean world (at least from a political or military point of view) by the limitations imposed by the treaty of Apamea (188 B.C.), the Seleucids found ways of getting around these limitations. Yet, the treaty became obsolete by the 2nd half of the 2nd century BC (if it was at all meant to be literarily abided by after the death of the king who signed it, Antiochos III, as Eliezer Paltiel has shown). Seleucid kings found refuge in times of need in Greek cities such as Aspendus or Cyzicus, they hired mercenaries from the Greek islands to fight their prolonged internecine war, they employed people from the Greek world who later honoured them at Delos (such as Sosistratos the Samian). Likewise, the merchants from their subject cities (especially from Tyre) are attested in places like Rhodes, or Delos or Puteoli. Further to be looked at is the circulation of coins, either foreign currency in Syria, or Syrian (or Phoenician) money abroad.

     Großkönigswürde und -ideologie im pontisch-vorderasiatischen Raum
                                                   im 2./1. Jh. v.Chr.


                                                                                                 Prof. David ENGELS
                                                                                  (Université Libre de Bruxelles)

      Der Aufschwung, den der großkönigliche Titels seit dem 2. Jh. im vorderasiatischen Raum erfahren sollte, ist zwar wohlbekannt, bislang aber meist nur punktuell und auf einzelne Herrschaftsgebiete bezogen untersucht und als Zeichen einer anti-hellenistischen iranischen ‚Renaissance‘ gedeutet worden. Neben einer systematischen kritischen Präsentation der unterschiedlichen Fälle und Lokaltraditionen wird der hier angekündigte Vortrag zum einen herausarbeiten, inwieweit die verschiedenen Übernahmen des Großkönigstitels in gegenseitiger Reaktion bzw. legitimatorischer Anlehnung geschahen. Zum anderen soll gezeigt werden, daß die scheinbare Rückkehr zu einer prä-hellenistischen, angeblich achämenidischen Herrschaftskonzeption in Wirklichkeit in der direkten Kontinuität der inneren Entwicklung des Seleukidenreichs stand, welches die gegen Ende des Perserreichs bereits spürbaren Tendenzen hin zu einer feudalistischen Fassung der Großreichsordnung, die unter Antiochos III einen ersten Höhepunkt erreichen sollte, systematisch fortentwickelte. In diesem Sinne sollte die im 2. und 1. Jh. einsetzende Inflation großköniglicher Titel keineswegs eine Reaktion gegen den hellenistischen Charakter des seit dem Frieden von Apameia und vor allem seit dem Tod Antiochos’ IV. zunehmend geschwächten Seleukidenreichs darstellen, sondern vielmehr Ausdruck des Wunsches einer erneuten Restituierung der nunmehr verlorenen inneren Stabilität des Nahen und Mittleren Ostens sein.

                                 “… καθὼς βασιλεὺς Φαρνάκης ἄγει”
   The Third Attempt to Date the Pontic-Chersonesian Treaty (IOSPE I2 402)


                                                                                                Prof. Oleg GABELKO
                                             (Russian State University for the Humanities, Moscow)

      The treaty between King Pharnaces of Pontus and the citizens of Chersonesus Taurica is dated to a year 157. The traditional view, still most popular in Russian and Ukrainian scholarship, connects the beginning of this era with the coming to power of Mithridates of Cius, the father of the first Pontic monarch Mithridates Ctistes, in 336 BC. IOSPE I2 402 is then to be dated to 179 BC. Many western specialists, however, are inclined to apply the Seleucid era, which would yield 155 BC for the treaty. This paper will argue for the third possibility that the era most plausibly started with Mithridates Ctistes’ independent rule after his flight to the Paphlagonian stronghold Cimistene in 315 BC. It would seem that Ctistes established this era only after assuming the royal title in 297 BC. The treaty with Chersonesus (IOSPE I2 402) would thus date to 157 BC, shortly before it was superseded by the “Bithynian-Pontic era” possibly introduced by Mithridates V Euergetes.

                Some notes on the Bosporan Kingdom after the Spartocids

                                                                                           Dr. Stefania GALLOTTA
                                                                      (Oriental Studies University of Naples)

      What happened when Paerisades V gave the Bosporan Kingdom to Mithridates? How did the relations between the new dynasts and the indigenous people develop? The aim of this paper is to analyze the history of the Bosporan Kingdom in the 1st century BC, the period of Mithridates VI and ultimately his death in Panticapaeum. The study will also extend at least briefly into the Roman period, since the Bosporan Kingdom was the most long-lived client state of Rome.

                      Economic Activities of Nicomedia and Connectivity
                       between the Mediterranean and the Pontic World


                                                                                                      Dr. Hale GÜNEY
                                                                                          (Ipek University, Ankara)
 
      This paper addresses maritime connectivity of Nicomedia in the light of the current evidence for economic activities, and studies the role of Nicomedia as a mediator between the Mediterranean and the Black Sea. The spread of Nicomedian ship-owners and captains in the Mediterranean and the Black Sea region along the shipping lanes from Nicomedia and the existence of the association of naukleroi confirm the influence of Nicomedia as a port city involved in maritime trade and transportation. The construction of cargo ships seems to have provided a very important source of income and made a vital contribution to Nicomedia’s connectivity. Nicomedians also constructed cargo ships, especially at the order of the public who was a most important agent within the transportation business. The existence of associations of Nicomedian sculptors and their distribution prove that the city also provided artisans overseas. In conclusion, the epigraphic, numismatic, and archaeological evidence indicates intensive economic activities and a high level of connectivity during the Roman period.

 

   Augusta Treverorum (Trier) – Eine Hauptstadt des spätrömischen Reiches:
                                     Neue Funde und Forschungen


                                                                                                   Dr. Joachim HUPE
                                                                        (Rheinisches Landesmuseum Trier)

      Im Zuge der diokletianischen Reichsreformen wurde die gallische Verwaltungs-metropole Augusta Treverorum 286 n. Chr. zur Kaiserresidenz erhoben. Fortan lenkte der kaiserliche Hof von Trier aus rund 100 Jahre lang ein Herrschaftsgebiet, das sich von Britannien bis Nordafrika erstreckte. Von der regen Bautätigkeit unter Kaiser Konstantin I. und seinen Nachfolgern zeugen im Stadtbild noch heute imposante spätantike Großbauten: die Palastaula (sog. Basilika) als architektonisches Zentrum des früheren Palastbezirkes, die sog. Kaiserthermen und die frühchristliche Kirchenanlage im Bereich von Dom und Liebfrauenkirche, die älteste Bischofskirche auf deutschem Boden. Seit seiner Gründung im Jahr 1877 nimmt das Rheinische Landesmuseum Trier als Landesbehörde die Aufgaben der Archäologischen Denkmalpflege in der Stadt Trier und der Moselregion wahr. Durch diese langjährige Forschungstätigkeit konnten wichtige Grundlagen zum Verständnis der antiken Stadttopographie, urbaner Infrastruktur und Siedlungsprozesse sowie kultureller Einflüsse gelegt werden. Ergebnisse jüngerer Ausgrabungen im Stadtgebiet werden exemplarisch vorgestellt.

                       Rome and Pontic Olbia in the Epigraphic Evidence

                                                                                             Prof. Valerij JAJLENKO
                                                                      (Lomonosov Moscow State University)

      The development of the relations between Rome and Olbia is mainly attested through Olbian inscriptions, while literary evidence is rare. Three periods can be distinguished: 1) from Lucullus to the end 1st century BC; 2) from Augustus to Trajan; 3) from Antoninus Pius to the Severi. Most interesting are the altars of Augustus in Hylaea, the sacred zone of Olbia (Amm. Marc. XXII 8, 40), which date from a time when the Romans got in touch more closely with the Nord Pontic. In analogy with the altars of the Alexander the Great, we may conclude that Augustus’ altars were established in gratitude for the liberation of this area from the Scythians by Roman forces. Similar interactions we see reflected in the decree of Niceratus (IOSPE I² 34). Further inscriptions that date to the second period are IOSPE I² 79, 181, 182. But in 46 AD, Olbia supported the Bosporan king Mithridates III in his struggle with Rome (IOSPE I² 38 according to our reading). We assume that IOSPE I² 68, 290 dates to the period from Claudius to Hadrianus. Several more inscriptions fall into the 3rd period, most interestingly the dedications by Marcus Severinus, centurion of the legio I Italica (IOSPE I² 39, 42, 44, 54, 55, 174, 184, 199, 243, 244, 246, 299 etc.; I.Olbia 42, 45, 177).

          Les relations externes de Kos et leurs différentes mises en forme

                                                                                                    Dr. Alexandra LIŢU
                                                                                            (Université de Bucarest)

      Que ce soient des traités, des décrets honorifiques, des proxénies, des accords reconnaissant l’asylie, des liens invoqués de parenté, des participations aux festivals religieux internationaux ou bien des relations personnelles intervenant en faveur de la communauté, toutes ces manières/opportunités (formalisées) d’interagir avec l’extérieur pourraient contribuer à la constitution des réseaux (officiels) à exploiter sur le plan politique. S’interroger sur les relations possibles entre ces formes officielles d’interaction et sur leurs différentes efficacités semble profitable en vue d’approfondir l’histoire hellénistique de la nouvelle cité de Kos.       

                   The Horothesia of Dionysopolis and the Integration
               of the Western Pontic Greek Cities in the Roman Empire


                                                                                    Dr. Florian MATEI-POPESCU
                                                (“Vasile Pârvan” Institute of Archaeology, Bucharest)

      During the reign of Augustus, the Greek cities of the Western Black Sea became parts of the Roman Empire. The new situation brought about important changes on the administrative, religious and social levels after the cities had enjoyed a relatively high degree of autonomy since the late Hellenistic period. From then on, political decision-making had to take Roman interests and demands into account, regardless of whether they had the status of civitates foederatae, liberae et immunes or stipendiariae. The Greek cities and their dependent territories (from north to south: Histria, Tomis, Callatis, Dionysopolis, Odessos, Mesambria) all became part of the province of Moesia. The surrounding territories and the cities further to the south, Anchialus and Apollonia, were integrated into the newly established kingdom of Thrace. The so called horothesia, an inscription from Dionysopolis that attests the resolution of a dispute caused by the exaggerated claims of tax-farmers, is to be understood in the context of Tiberius’ general policy of fully integrating this territory into the Roman Empire. Those regulations lasted until 46 AD, when the entire region became part of the newly created publicum portorium ripae Thraciae.

                              Sarapis und andere ägyptische Gottheiten

                                 an der westlichen Schwarzmeer-Küste

                                                                                                         Karin MAURER
                                                                                                     (Universität Wien)

      Der Vortrag untersucht die historische Entwicklung und die Praxis der Ausübung von Sarapis- bzw. Isiskulten sowie anderen ägyptischen Kulten, die seit der frühhellenistischen Zeit an der westlichen Schwarzmeerküste Verbreitung fanden. Als Grundlage hierfür dient eine Analyse der einschlägigen epigraphischen, numismatischen und literarischen Testimonien. Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen die Personen, die diese Kulte pflegten. Unter diesen lassen sich zwei Gruppen unterscheiden: Zum einem wurden sie von ägyptischen Einwanderern ausgeführt (vgl. IScM II 153, 160 n. Chr.), zum anderen auch von einheimischen Personen wie Akornion (vgl. IGBulg I2 13, Mitte 1. Jh. v. Chr.) aufgrund von Verbindungen zu den Ptolemäern beziehungsweise dem römischen Ägypten oder wegen der Nähe zu Sinope. Die Untersuchung verfolgt mehrere Ziele: erstens die Klärung der Frage, ob und auf welche Weise diese Kulte von verschiedenen Gruppierungen gepflegt wurden; daran schließt sich die zweitens Frage an, inwiefern man zwischen diesen Gruppierungen Unterschiede oder bezeichnende Gemeinsamkeiten in der Ausübung der Kulte feststellen kann; drittens wird untersucht, ob sich die Ausübung der ägyptischen Kulte in dieser Region im historischen Verlauf, insbesondere im Umbruch von der hellenistischen zur römischen Zeit, veränderten.

       Changing the Flag: Ariarathes IV of Cappadocia from Greece to Rome

                                                                                Alex MCAULEY, PhD Candidate
                                                                               (McGill University, Montreal QC)

      Sensing that the winds of power were beginning to blow towards the West in the aftermath of Antiochus III’s defeat in his Roman War, in 188 BC Ariarathes IV of Cappadocia sued for peace with the victorious Romans and in so doing changed his kingdom’s allegiance. But transitioning from being a Seleucid vassal, related by blood and loyalty to the main house, towards being a friend of the Roman Republic was neither an instantaneous nor simple task and required a reconfiguration of several aspects of Cappadocia’s policy and practice. In this paper I aim to delve into the practical mechanisms by which a McAuley potentate re-arranged the political orientation of the kingdom, and also the dynastic, political, and cultural shifts that came along with this changing of the flag in the aftermath of the Peace of Apamea. With special focus on Cappadocia’s evolving relationship with the Attalids, as well as careful analysis of the bizarre anecdote at Diodorous 31.19.7, I shall consider the internal and external responses to Ariarathes IV’s diplomatic manoeuvring.

           Proxenia and Mobility of Individuals in the Northern Black Sea
                               in the Hellenistic and Roman Periods


                                                                                              Prof. Christel MÜLLER
                                                           (Université Paris Ouest Nanterre La Défense)

      On the basis of all the inscriptions granting proxenia in the two Pontic cities of Olbia and Chersonesos, as well as in the kingdom of the Cimmerian Bosporos, the extent of the networks that connected the three states with the Pontic region or the Aegean will be examined. Thereby, it will also be considered how proxenia fitted in with other privileges: politeia; advantages pertaining to human or material mobility, such as the right to get in and out of the port (eisplous kai ekplous); ateleia etc. A special focus will be on the development proxenia in these states, especially during the shift from the Hellenistic to the Roman period.

                           Zur Ikonographie der städtischen Prägungen
   des thrakisch-moesischen Raumes – Spezifika und Gemeingriechisches


                                                                                              Prof. Johannes NOLLÉ
                                                       (Kommission für Alte Geschichte und Epigraphik
                                                                                                    des DAI, München)

       Eine bisher nicht ausdiskutierte Frage ist, wieviel Einfluss die indigenen Kulturen auf die Ikonographie der Münzbilder von Städten am West- und Nordufer des Schwarzen Meeres gehabt haben. Da die Münzen der Städte deren offizielle Identität propagieren, kann das städtische Geld unter diesem Aspekt auch den Umgang mit dem Einheimischen, d.h. dem Nichtgriechischen, reflektieren. Eine diachrone Betrachtung von den frühesten griechischen Prägungen bis zum Ende städtischer Münzprägung im 3. Jh. n. Chr. enthüllt verschiedene Formen der Propagierung autochthoner Kulturelemente und auch ihre unterschiedliche Intensität in den ca. 800 Jahren der Zeit vom 6. Jh. v. Chr. bis ins 3. Jh. n. Chr.

                             Recherches sur la prosopographie des magistrats

                                      d’Olbia Pontique à l’époque impériale

                                                                                      Dr. Marta OLLER GUZMAN
                                                                       (Universitat Autònoma de Barcelona)

      Les inscriptions d’Olbia du Pont représentent une source incontournable pour l’étude des institutions de la cité à l’époque impériale. Elles sont particulièrement riches en listes de noms de magistrats, dont l’étude sert à mieux connaître non seulement la composition de la communauté civique d’Olbia dans cette période – notamment des familles plus influentes qui avaient accès aux magistratures –, mais aussi le fonctionnement des collèges des magistrats et leur rapport étroit avec les cultes principaux du panthéon local. Dans cette communication je me propose de mener une recherche sur les individus attestés dans ces listes avec un double but : 1) établir les possibles liens de parenté entre eux et 2) reconstruire la carrière politique de quelques personnages dont le nom se trouve dans plusieurs inscriptions publiques  – parfois même sur des monnaies –, pour les encadrer dans la vie politique et sociale de la cité à une  époque tardive.  

             Some Observations on the External Relations of Tieion / Tios
                   (Eastern Bithynia) in Light of the Epigraphic Evidence


                                                                                                 Dr. Bülent ÖZTÜRK
                                                                                  (Sakarya University, Sakarya)

      Located on the transit route between Eastern Bithynia and Western Paphlagonia, the ancient city of Tieion/Tios is to be found in the modern Filyos township of the Çaycuma District of the province of Zonguldak in the western Black Sea region of Turkey. According to the ancient sources, it was founded as a Milesian colony during the colonization period, which seems to be confirmed at least to some degree by the material remains. The city slipped from dependency from Hellenistic kings into Roman control in ca. 70 BC. The epigraphic evidence allows us to make some observations on the external relations of the settlement. Three grave inscriptions of individuals with the ethnics Tianos or Tiane respectively were found in Athens. Since they lack patronymics and thus appear to have been freedmen, they may reflect slave trade between the Bithynia region and Athens in the 5th-4th centuries BC. Moreover, inscribed amphora handles from Sinope and Rhodes found in Tieion/Tios attest naval trade in the Hellenistic period. Other inscriptions of the Roman period may imply economic and political relations with major cities of the Black Sea coast such as Pantikapaion, Tomis, Olbia and Chersonesos Taurike.

                          A New Tribunus Militum from Nicaea (Bithynia)

                                                                                        Dr. Huseyin Sami ÖZTÜRK
                                                                                    (Marmara University, Istanbul)

      A field survey was started in Pamukova-Geyve-Taraklı (Sakarya) located in the territory of ancient Nicaea (Bithynia) by a team headed by Hüseyin Sami Öztürk in 2010 following the permission of the Ministry of Culture and Tourism of Turkey. The survey was continued in 2011-2012 as well, in the districts of mainly Taraklı and also Geyve, both of which are in Sakarya. In the summer of 2010, a bilingual grave inscription (in Latin and Greek) dated to the Roman Imperial Period was discovered in Aksu Village of Taraklı. The owner of the tomb was a Roman veteranus called Lucius Volumnius of Similis. According to this inscription, his military career began as eques praetorianus, whence he became a sagittarius in Africa, before finally serving as tribunus militum in Legio III.

          Wandering Images between the Black Sea and the Aegean Cities

                                     in Hellenistic and Roman Times:

                    from Dionysos Kathegemon to Dionysos Karpophoros
 

                                                                                 Dr. Florina PANAIT-BÎRZESCU
                                                 (Vasile Pârvan Institute of Archaeology, Bucharest)

      From the very beginning the Greek cities of the Black Sea area were linked to the Aegean. Initially, it was the poleis of Ionia and Central Greece (Megara, Athens) that exerted the strongest influence on their religious lives in general and on their cult images in particular. Later on during the Hellenistic and Roman periods, the main artistic centres such as Pergamum took over this role. Based on several sculptural representations that have been preserved mainly in the Western Pontic cities (Histria and Tomis), the present paper focuses on the iconographical model of a particular deity as coined in its centres of origin and applied in the Pontic cities. It will also be studied how a particular image changed its meaning while keeping its form.

                  
Le siège du gouverneur de Mésie inférieure

                                                                                                        Prof. Ioan PISO
                                                                    (Université Babeş-Bolyai, Cluj-Napoca)

    On commence par la remarque qu'à l'époque romaine on peut parler tout au plus de sièges de fonctionnaires romains ou de leurs attributions et nullement de capitales dans le sens moderne. On constate ensuite que dans les provinces romaines comparables à la Mésie Inférieure, notamment dans les deux Pannonies et dans la Mésie Supérieure, le siège du gouverneur se trouvait dans l'immédiate proximité d'une légion, plus précisément dans les canabae et pas à une distance notable de l'armée. Les vici développés à environ 2 km des camps auprès desquels siégeaient les gouverneurs ont reçu, nullement par hasard, le rang de municipe de l'empereur Hadrien (Carnuntum, Aquincum, Viminacium). Pourquoi la Mésie Inférieure ferait-elle exception? Selon la théorie commune, le consulaire de Mésie Inférieure siégerait à Tomi, donc à des centaines de kilomètres de la plus proche légion, ce qui du point de vue de la défense du limes est absurde. D'autre part, l'épigraphie parle en faveur de Durostorum, pas de Tomi. Tout comme dans la Pannonie Supérieure, le siège du gouverneur de cette province se trouve dans les canabae de la légion qui occupait la position centrale
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                Das goldene Zeitalter auf dem Weg nach Osten - Augustus

                                                und die litterae aureae

                                                                                     Prof. Richard POSAMENTIR
                                                                                              (Universität Tübingen)

      Dass zahlreiche Gebäude in Rom und den westlichen Provinzen seit augusteischer Zeit mit Inschriften aus den berühmten litterae aureae versehen waren und diese Inschriften direkt mit dem ‚Goldenen Zeitalter‘ des ersten römischen Kaisers in Zusammenhang zu bringen sind, ist seit den Forschungen von Geza Alföldy allgemein bekannt. Weniger bekannt sind derartige Inschriften aus dem Osten, wo man die Tradition jedoch bereitwilligst aufnahm und vergoldete Bronzebuchstaben an zahlreichen augusteischen Bauten anbrachte. Freilich war es bald nur noch der jeweilige Kaiser an sich, der mit den Inschriften aus litterae aureae in Zusammenhang gebracht wurde und im beständigen Wettstreit der Städte untereinander begann man schnell zu versuchen, die Gunst des Herrschers durch den Einsatz der kostspieligen Schriftzüge zu gewinnen. Dadurch wird die zeitliche Streuung der verschiedenen Beispiele schnell groß und deutliche Bezüge zur augusteischen Zeit offenbaren sich erst wieder in hadrianischer Zeit.

                                  Sich verschiebende Identitätsbilder:
             Bosporanische Eliten zwischen Barbarentum und Kaiserreich


                                                                                              Dr. Nikolai POVALAHEV
                                                                        (Georg August-Universität Göttingen)

      Die Selbstidentifikation der bosporanischen Eliten operierte mit einem Bild, das die Machterhaltung sichern sollte und vielen Faktoren Rechnung zu tragen hatte. Unter solchen Faktoren sind besonders die Konkurrenz mit den Einheimischen sowie politische Bündnisse und später von Rom ausgehende verbindliche kulturelle Imperative hervorzuheben. All diese Impulse sollten wahrgenommen und in eine identitätsstiftende, aus moderner Sicht stark mythologisierte, quasi-historische Selbstdarstellung integriert werden, die für die Nachwelt nicht nur durch schriftliche Zeugnisse, sondern auch durch die Manipulation materieller Objekte greifbar ist. Das Ziel des Vortrags ist die Analyse von Identitätsbildern der bosporanischen Eliten. Ich hoffe zeigen zu können, dass unterschiedliche Gruppen innerhalb der bosporanischen Elite mit sich zum großen Teil deckenden Identitätsbildern  operierten, die jedoch zugleich ethnisch und politisch situationsbedingt artikuliert werden konnten und eine eigene Dynamik entwickelten. Es können weiterhin geschichtliche Einschnitte in der Übergangszeit vom 1. Jh. v. zum 1. Jh. n. Chr. sowie am Ende des 3. Jhs. n. Chr. herausgestellt werden, die eine besondere Dynamik entfalteten, so dass alte Bilder umgeformt wurden.

                Ehrenerweisungen in den Beziehungen der antiken Städte
                                   an der südwestlichen Pontosküste


                                                                                          Dr. Hristo PRESHLENOV
                                                                                (Archäologisches Institut, Sofia)

      Die Ausgaben für repräsentative Zwecke bildeten neben solchen für Kulte, Bildung, Lebensmittelversorgung, Marktaufsicht und Bauwesen die wichtigsten Posten, die das normale Funktionieren des gesellschaftlichen Lebens in den hellenistischen städtischen Zentren an der südwestlichen Pontosküste sicherten. Dekrete und Ehreninschriften von Dionysopolis, Odessos, Mesambria, Anchialos und Apollonia enthalten Angaben zu den Mitteln, die für Ehrungen und Privilegierungen von hervorragenden und bei ihren Mitbürgern verdienten Personen, aber auch für die Äußerung politischer Loyalität aufgewendet wurden. Unter den Verhältnissen des römischen Reiches bestimmen nicht mehr die Götter und die Bürger die Grundrichtungen der politischen Entwicklung der griechischen Städte, sondern der Prinzeps als höchster Träger der Staatssouverenität, als Garant der gesellschaftlichen Ordnung und Sicherheit. Ihre Loyalität und Dankbarkeit gegenüber dem Herrscher sowie der zentralen und provinzialen Administration bezeugten diese Städte häufig in Ehreninschriften und mit der Aufstellung bronzener Statuen in der Stadt.

            Cités et souverains dans la Propontide : les réseaux d’alliances
         des cités du Bosphore Thrace à l’époque hellénistique et romaine


                                                                                                      Dr. Adrian ROBU
                                                      (Institut d’Archéologie “Vasile Pârvan”, Bucarest)

       En vertu de leur emplacement à l’entrée du Bosphore Thrace, Byzance et Chalcédoine furent considérées dans l’Antiquité comme des cités à la fois propontiques et pontiques. Cette position privilégiée attira l’intérêt de divers rois hellénistiques, et ensuite d’empereurs romains. Après un bref commentaire des documents (récits et inscriptions) évoquant la situation géographique des cités du Bosphore thrace, je me pencherai sur les réseaux d’alliances des Byzantins et des Chalcédoniens à l’époque hellénistique et romaine. À partir de cet exemple, mon exposé se proposera d’aborder la question des rapports que les cités de la Propontide établirent avec un pouvoir royal. Dans ce cadre, je ferai état des relations des cités avec les Bithyniens, les Séleucides, les Antigonides et les Ptolémées, pour m’interroger à la fin sur les changements provoqués par l’arrivée des Romains dans la région.

     Becoming Roman? Shifting Identities in the Western Pontic Greek Cities

                                                                                                        Dr. Ligia RUSCU
                                                                      (Babeş-Bolyai University, Cluj-Napoca)

      The coming of Rome to the Western Pontic shore was a long-drawn-out process, which in its entirety covered most of the first centuries BC and AD. During the late Hellenistic period, theses cities were in critical conditions and suffered especially from the increasing pressure exerted by their Barbarian neighbours, which culminated in the conquest of most of them by Burebista’s Getae. There are thus strong reasons to assume that the local Greek communities saw Roman rule as shelter and help. This paper will attempt to describe the way in which these communities, once their safety was assured, went on to adapt themselves to the Roman world. Items of interest will be the grants of Roman citizenship, the adoption – or refusal – of the Roman onomastic formula, the inclusion of ‘Romans’ into the local elites, the acceptance and adaptation of Roman rules and habits, and the wholehearted – or qualified – opening towards novelties brought about by Roman rule.

          Die Entwicklung und zwischenstaatlichen Beziehungen der Poleis

                            im Propontis-Gebiet und auf der thrakischen

                       Chersonesos in hellenistischer und römischer Zeit

                                                                                     Prof. Mustafa Hamdi SAYAR
                                                                                                (Universität Istanbul)

      Im Rahmen dieses Beitrages werden die Beziehungen der Stadtstaaten im Propontis- Gebiet und auf der thrakischen Chersonesos untersucht, die auf beiden Seiten der Propontis durch Milet, Samos, Megara und Klazomenai während der Kolonisationszeit im 7. Jh. v. Chr. gegründet wurden. In den Blick genommen werden etwa Sestos, Lysimakheia, Kardia, Kyzikos, Parion, Bisanthe, Perinthos, Selymbria, Byzantion. In diesem Zusammenhang werden besonders das Weiterleben der Polisidee in jenen Städten sowie ihre Beziehungen untereinander, aber auch zu den globalen Mächten des Hellenismus und der römischen Kaiserzeit untersucht.

                   Connecting Cappadocia: The Role of the Roman Army

                                                                                              Prof. Michael SPEIDEL
                                                                             (Universities of Bern and Zuerich)

      Mit der Umwandlung Kappadokiens zur römischen provincia und seiner Eingliederung in das Verwaltungssystem der von Rom direkt beherrschten Territorien im Jahre 17 n.Chr. wurden dort auch dauerhaft Truppen (zunächst nur auxilia) des römischen Heeres stationiert. Dieser Prozess wiederholte sich in der ersten Hälfte der 70er Jahre des 1. Jhs. noch einmal in einem erheblich grösseren Ausmass, als die Provinz eine Besatzung von 2 Legionen erhielt. Mit der Truppenstationierung begann für Kappadokien ein Zeitabschnitt, der nicht zuletzt durch die vielen Folgen gekennzeichnet war, die durch die ständige Präsenz römischer Einheiten ausgelöst wurden. Denn durch diese Folgen wurden auf zahlreichen Ebenen und in einem erheblichen Ausmass Konnektivitäten hergestellt oder verstärkt, die die Cappadocia an persönliche, wirtschaftliche, strategische, religiöse, infrastrukturelle (etc.) Netzwerke des Römischen Reichs angliederte und damit das Leben innerhalb der Provinz nachhaltig prägten. Die Dynamik und die Besonderheiten dieses Prozesses in Kappadokien stehen im Mittelpunkt dieses Beitrags.


                 
Sicily and the Black Sea: Numismatic Evidence Revisited

                                                                                              Dr. Vladimir F. STOLBA
                                                                                 (University of Aarhus/Denmark)


      A few glimpses aside, the existing data on the contacts and exchange between Sicily and the Black Sea, the two regions at the opposite ends of the classical Mediterranean world are scarce and not particularly revealing. The paper will re-examine and focus on a case study dedicated to the western Crimea, where an apparent Sicilian influence can be traced in the 4th-century BC coinage of Chersonesos. Despite being limited to just two series of local bronze coins, the numismatic evidence is particularly striking. Closest parallels in the coinage of Sicily are not confined to the coin typology alone, but also extend to the peculiar technique of flan casting. Examining these data in the historical context of fourth-century Chersonesos, it will be argued that this short-lived phenomenon is more likely to have been an effect of the physical presence of some Sicilian artists and craftsmen in Chersonesos rather than of ‘fashion’ trends and cultural inspiration.




                 Vicirii: the Mobility of a Roman Family in the Mediterranean

                                                                                                    Dr. Elias SVERKOS
                                                                                            (Ionian University, Corfu)

       The aim of this paper is to study the geographical mobility as well as the social activity of the members of the gens Viciria. After a re-examination of a fragmentary inscription in the Civici Musei di Storia ed Arte in Trieste, which most possibly originates from Delos and is dated to the late-2nd century BC, the information of the known members of the family is collected and their activities in the eastern as well as in the western parts of the Roman Empire are investigated. The geographical mobility of the family seems to confirm the view that, after the decline of Delos and the insecurity in the Aegean during the first half of the 1st century BC, some Roman gentes returned to Italy (see SEG LVIII 2129). Therefore, after the short presence of some members of the gens Viciria in the Aegean and specifically in Delos in the late 2nd and early 1st centuries BC, their activity is mostly concentrated in Italy.

            The Relations between Dobrudja and the Mediterranean World
                           as Reflected in the Numismatic Evidence


                                                     Dr. Gabriel TALMAȚCHI, Dr. Gabriel CUSTUREA
                                      (National Museum of History and Archaeology, Constanţa)

      The shore of the Pontus Euxinus (as the whole Dobrudjan area) has always been the main path of spreading culture and ideas, of communication as well as transportation of manufactured goods and agricultural produce. This is likewise true for the coastal communities and the mainland, as is shown by the archaeological traces that trade relations and intercultural contacts with the West Pontic colonies and other Greek cities have left behind. Especially in the Hellenistic period, Greek coins from different poleis, including those from the Mediterranean area appear to have exerted a driving force in this complex system, as is attested by the high number of both hoards and isolated finds in the West Pontic area. Coin finds concentrate in the coastal Greek cities in Dobrudja, but also in Getic settlements up to the Danube. They constitute the evidence for multiple movements, mainly on the sea. However, the presence of foreign coins in the Dobrudjan area does not always reflect direct links with the issuers. The emergence of such Greek coins certainly fits into many different contexts. At any rate, in their totality, the numismatic evidence remains of a great documentary significance, proving a distinct mobility amidst a common interest on trade and economic activities.

                     Chersonesos Taurike und die Ägäis im 5. Jh. v. Chr.:
                                Neue archäologische Fundkomplexe


                                                        Dr. Sergey USHAKOV, Dr. Sergey BOCHAROV
                                                                (Krimfiliale des Archäologischen Institutes
                         der Nationalakademie der Wissenschaften der Ukraine, Simferopol)

      Eine der Hauptschwierigkeiten bei der Erforschung der frühen Geschichte von Chersonesos Taurike besteht darin, dass – trotz der begrenzten Aussagekraft der narrativen und epigraphischen Zeugnisse – die vorhandenen archäologischen Daten in der bisherigen wissenschaftlichen Diskussion nur wenig berücksichtigt worden sind. Im Vortrag werden zwei frühe archäologische Fundkomplexe aus dem Nordöstlichen Bezirk von Chersonesos analysiert. Der erste von ihnen – die Auffüllung einer Grube im dritten Viertel des 5. Jhs. v. Chr. – enthält Amphorenfragmente einiger ägäischer Zentren (Chios, Samos, Thasos) sowie vielfältiges Tischgeschirr (attische schwarzgefirnisste, ionische, grau-tönerne Keramik). Der zweite Fundkomplex stammt aus dem zweiten oder dritten Viertel desselben Jahrhunderts wurde in der unteren Schicht bei den Ausgrabungen der Basiliken "Kruse" aufgedeckt. Diese Funde zeugen davon, dass Chersonesos Taurike damals enge Wirtschaftsbeziehungen zu den ägäischen poleis unterhielt. Demnach erscheint die Stadt schon in früher Zeit als bedeutendes Zentrum an der nördlichen Schwarzmeerküste. Vor diesem Hintergrund lässt sich auch die Entwicklung der Außenbeziehungen von Chersonesos bis in hellenistischer und römischer Zeit überzeugender darstellen.

                              Theater in Randbereichen der griechischen Welt

                                                                                  Prof. Henner VON HESBERG
                                              (Deutsches Archäologisches Institut, Abteilung Rom)

      Bauten für Theater gibt es in vielen Regionen am Rande oder außerhalb der griechischen Welt. Hier sollen nur einige Beispiele in Unteritalien und Sizilien und anderen im illyrischen Raum exemplarisch miteinander verglichen werden, um die methodischen Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sich in der Rezeption des Bautypus Theater unterschiedliche politische und kulturelle Dispositionen niederschlagen. Beide Regionen haben den Vorteil, dass sich die griechischen Poleis deutlich mit einheimischen Siedlungen kontrastieren lassen. Dabei geht es um die Funktion der Theater im Kontext der Siedlungen, etwa als Versammlungsplatz einer politischen Gemeinde und die damit verbundenen Einrichtungen, die sich an verschiedenen Eigenheiten der Anlagen ablesen lassen, etwa ihrer Lage oder den Einrichtungen, mit deren Hilfe Ehrungen für die Bürger vorgenommen werden konnten. Darüber hinaus soll auch die Akzeptanz der griechischen Kultur, wie sie sich im Schauspiel niederschlägt, an der Einrichtung der Bühnen und der Verwendung von Masken untersucht werden.

 

Last Updated on Tuesday, 29 July 2014 07:45
 

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